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Pilz-Brokkoli-Lasagne

Lasagne, das ist ein Traum: stundenlang geköchelte Bolognesesoße, saftige Nudeln, krosse Käseschicht. Schon der Gedanke daran, lässt mir das Wasser im Mund zusammenlaufen … Bei meiner heutigen Lasagne-Version werden Puristen wohl laut aufschreien: Statt Hackfleisch habe ich Pilze und Brokkoli für meine Soße verwendet. War aber sehr schmackhaft!

Zunächst also Pilze der Wahl (ich hatte Champignons und Kräuterseitlinge) säubern und fein würfeln. Mit einer großen Zwiebel ebenso verfahren. Dann vom Brokkoli die Röschen in gleichmäßigen Stücken ablösen, den dicken Strunk schälen und ebenfalls fein würfeln. Die Gemüsewürfel in wenig Öl anbraten, dann mit einem kräftigen Schuss Rotwein ablöschen und einköcheln lassen. Wer auf Optik besonderen Wert legt, brät den Brokkoli extra an, lässt ihn abkühlen und bewahrt ihn bis zur endgültigen Verwendung in einer geschlossenen Dose auf  – dadurch wird er knallig grün 😉

Wer keine frischen Tomaten mehr hat, kann Dosenware verwenden – geschmacklich macht das nur wenig Unterschied. Ich habe zwei Dosen stückige Tomaten über die Gemüsewürfel gegeben, nochmal einen Schuß Rotwein zugefügt und alles sämig einkochen lassen. Zur Würze habe ich zwei Knoblauchzehen, ein wenig frisch gemörserten Pfeffer, Thymian und Rosmarin (beides frisch aus dem Töpfchen) verwendet.

Während die Soße kocht, Parmesan fein reiben. In eine ofenfeste Form dann abwechselnd Nudelplatten und Soße schichten. Als oberste Schicht dann den Käse gleichmäßig verteilen und bei 180 Grad Ober- und Unterhitze etwa eine halbe bis Dreiviertelstunde backen (oder solange, bis die Käsekruste schön knusprig geworden ist).

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Mit einem frischen grünen Salat anrichten. Guten Appetit!

PS: In einem zweiten Versuch habe ich zu den Zutaten dieser Veggie-Lasagne eine Handvoll Speckwürfel hinzugefügt und zusätzlich zur Tomatensoße eine Bechamelsoße zubereitet, die als vorletzte Schicht (unter dem Käse) über die Nudeln gegossen wird. Schmeckt ebenfalls kolossal gut!

 

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Fränkische Tapas, oder: saftige Speckröllchen

Wenige Kilometer von Bayreuth entfernt ist die größte Texas Longhorn-Herde Europas beheimatet. Anne und Alexander Leichtenstern betreiben in Altencreußen ihre Ranch nach Bioland-Richtlinien und erzeugen fabelhaftes Fleisch, grandiosen Gin und wunderbaren Whisky. Für die sensationellen Steaks (Anmerkung an den Autor: Jetzt ist es aber genug der Alliterationen 😉 ), die ich neulich bekommen habe, suchte ich nach einer passenden Vorspeise. Dabei sind Häppchen entstanden, die ich mal als fränkische Tapas bezeichnen möchte.

Ich habe zunächst Kartoffeln vom Biobauern geschält und grob geraspelt. Flüssigkeit ausdrücken, Stärke absetzen lassen und später wieder in den Kartoffelteig geben. Die Kartoffelraspeln selbst habe ich nach dem Ausdrücken wieder gelockert, denn ich wollte keine kompakte Masse wie etwa bei Baggers (fränkisch für Kartoffelpuffer) haben, sondern eine lockere „Wolke“. Zum Würzen habe ich frisch gemörserten roten und schwarzen Pfeffer sowie reichlich Kräuter (Petersilie, Löwenzahn und Majoran) verwendet.

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Sanft geräucherten Speck vom Oberpfälzer Landschwein habe ich dann in sehr, sehr dünne Scheiben geschnitten, mit passenden Streifen vom Cheddarkäse belegt und dann ein Häufchen der Kartoffelmasse an ein Ende gesetzt. Vorsichtig zu einer Rolle formen und die Kartoffelmasse gerade so fest andrücken, dass nix herausfällt. Pro Person habe ich drei solche Happen für die Vorspeise gerechnet.

Aus dem Rest der Kartoffeln habe ich Taler von etwa vier Zentimetern Durchmesser geformt.

Auf den Grill habe ich die gußeiserne Platte gelegt und kräftig vorgeheizt. Dann mit ein wenig Öl bepinselt und Speckhappen sowie Kartoffeltaler darauf gelegt. Tipp: Die Speckrollen zuerst mit der Naht nach unten auf die heiße Platte legen, dadurch bäckt das lose Ende fest und man braucht keinen Spieß, um die Rolle zu fixieren. Inzwischen die Steaks auf den heißen Rost legen, nach 40 Sekunden um 90 Grad drehen und dann einmal wenden. Dann im indirekten Bereich auf den gewünschten Gargrad fertig ziehen lassen.

Während meine Damen die Speckröllchen kosteten, habe ich die Steaks in Streifen geschnitten und auf einer vorgewärmten Platte angerichtet. Zum Servieren habe ich  reichlich selbst gemachte Chimichurri (das ist eine Sauce aus Petersilie, Limettensaft und Knoblauch) und die Kartoffeltaler auf den Tisch gestellt. Zum Fleisch urteilte meine Tochter: „Das schmeckt so gut, da braucht man gar kein Gewürz dazu.“

Na dann: guten Apppetit!

 

 

 

 

Selbst gebackene Burger-Brötchen

Burger schmecken nur halb so gut, wenn das Brötchen nicht passt. Außerdem kann man beim selber Backen schön experimentieren 😉

Das folgende Rezept aus dem Buch „Burger unser“ (Callwey-Verlag) hat mich zum Backen angeregt – ein paar Änderungen habe ich jedoch gemacht: 400 Gramm Weizenmehl (Type 405) in eine große Schüssel geben, einen halben Würfel Hefe in die Mitte bröseln, einen gehäuften Esslöffel Rohrzucker hinzufügen und mit einem Schuss lauwarmer Milch übergießen. Die Milch soll wirklich nur leicht erwärmt werden, weil zu große Hitze der Hefe nicht gut bekommt. Zehn Minuten stehen lassen, bis die Hefemilch Blasen wirft. Dann einen Stich weiche Butter und ein ganzes Ei, einen Teelöffel Salz und etwa 240 ml Wasser dazugeben. Mit den Knethaken des Rührgeräts mindestens zehn Minuten (besser sind 15 Minuten) durchkneten, bis der Teig schön glatt und geschmeidig ist.

Dieser Teig ist zunächst recht klebrig und läuft beim Formen flach auseinander, ergibt aber wunderbar fluffige Brötchen. Längeres Kneten bringt den Teig in Form, auch wenn er flüssiger als gewöhnlicher Brötchenteig ist. Wenn er einigermaßen die Kugelform hält, mit einem Tuch abgedeckt, ein bis zwei Stunden am sonnigen Fensterbrett  gehen lassen, bis sich das Volumen etwa verdoppelt hat.

Auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche in acht gleich große Stücke teilen (das geht am besten mit einer Teigkarte) und diese Stücke in der hohlen Hand zu gleichmäßigen Kugeln drehen. Wenn die Brötchen glatt und rund sind, mit reichlich Abstand auf ein Backblech setzen und abgedeckt nochmal eine Stunde gehen lassen. Um zu verhindern, dass die Brötchen flach auseinanderlaufen, kann man den Teig in gut gefettete Vorspeisenringe (Edelstahl) mit acht bis zehn Zentimeter Durchmesser geben. Unmittelbar vor dem Backen die Teiglinge mit Salzwasser bestreichen. Als Topping habe ich auf vier Brötchen weißen Sesam gestreut, auf die anderen vier habe ich fein gehackte, knusprige Röstzwiebeln gegeben.

Bei 200 Grad im vorgeheizten Ofen etwa 15 bis 20 Minuten backen. Abkühlen lassen. Für die Verwendung als Burgerbrötchen einmal quer durchschneiden und auf dem Grillrost leicht antoasten.

Tipp: Dieses Brötchen enthalten relativ viel Zucker und Butter – deshalb können sie wunderbar als leicht süßes Frühstücksgebäck verwendet werden. Im Buch „Burger unser“ werden sie als „Brioche Buns“ bezeichnet. Französische Brioches kenne ich allerdings deutlich süßer, außerdem haben die echten Brioches einen lustigen kleinen Knubbelknopf aus Teig oben drauf …

Kartoffelpuffer mit Bohnen

Viele Veggies schwören ja auf Soja. Ich bin nicht so begeistert davon, wegen des Monokultur-Anbaus im Ausland und den damit verbundenen ökologischen Folgen. Daher habe ich mit Bauern in Oberfranken gesprochen und alle haben von Schwierigkeiten beim Anbau in unserer Region berichtet. Auf der Suche nach regional erzeugten pflanzlichen Proteinquellen bin ich dann relativ schnell bei Bohnen gelandet.

Ich finde, sie schmecken besser als Soja, außerdem bieten sie eine Artenvielfalt, die sich auch optisch auf dem Teller gut macht. Sehr gerne verwende ich weiße Bohnenkerne, aber auch Busch- oder Prinzessbohnen. Erstere gibt’s vorgegart im Glas, letztere kann man gut im Garten anbauen.

Natürlich werden Bohnenkerne auch getrocknet angeboten. Dann muss man sie mehrere Stunden lang einweichen (am besten über Nacht), ehe sie verarbeitet werden können. In allen mir bekannten Rezepten wird davor gewarnt, das Kochwasser zu salzen – das verlängert angeblich die Garzeit. Ich hab das noch nicht getestet, aber auch noch nie Salz ins Kochwasser gegeben 😉

Jetzt aber zum neuen Rezept: Ich hatte Lust auf Kartoffelpuffer oder Baggers, wie sie in Franken häufig heißen. In Bayreuth sagen die Einheimischen „Franzkung“ dazu. Obwohl ich schon viele Historiker dazu befragt habe, konnte mir niemand eine hundertprozentig abgesicherte Erklärung für diesen Begriff nennen.

Ich habe also Kartoffeln geschält und auf der groben Reibe verarbeitet. Pro Person habe ich zwei etwa faustgroße Erdäpfel genommen. Danach eine Zwiebel schälen und fein reiben. Beides mit zwei Eiern, Salz und Pfeffer vermischen. Portionsweise in der Pfanne ausbacken und bis zum Servieren warm halten.

Während die Puffer backen, ist Zeit für die Bohnen: Die grünen Bohnen putzen und in mundgerechte Stücke schneiden. Dann in ungesalzenem Wasser mit einem Zweiglein Bohnenkraut garen. Normalerweise soll Gemüse ja noch ein wenig Biss haben, aber Bohnen gare ich ganz durch, weil ich es nicht mag, wenn’s beim Draufbeißen quietscht. Abgießen und mit den weißen Bohnenkernen in eine Pfanne geben. Kurz erwärmen und mit einem Schuss Weißwein ablöschen. Wenn die Flüssigkeit verdunstet ist, salzen und pfeffern.

Zum Servieren mit den Kartoffelpuffern anrichten. Guten Appetit!

 

 

Schweinefilet im Speckmantel

„Kann ich das Rezept haben?“ Diese Bitte steht oft unter den Facebook-Postings meiner Koch-Experimente. Oft genug muss ich antworten: „Habe kein Rezept, habe einfach nach Lust und Laune alles in den Topf geworfen, was ich in der Küche gefunden habe.“ So war es auch diesmal wieder. Aber ich versuche mal zu beschreiben, wie ich beim Kochen ohne Rezept vorgehe …

Ausgangspunkt: Ich habe eine größere Menge Frühstücksspeck/Bacon von einem neuen Lieferanten bekommen. Zwei wunderbare Filets vom Schwein waren auch noch im Vorrat. Da ich schon einmal eine Bacon-Bomb auf dem Grill zubereitet hatte, wollte ich etwas Ähnliches nun auf dem Herd machen. Die Filets sollten also ein Speckjäckchen bekommen. Die gewaltigen Käsenmengen, die in einschlägigen Youtube-Videos vewendet werden, finde ich meistens übertrieben – aber wie der Franke sagt: A weng wos, derf’s scho saa.

Zuerst habe ich also zwei Füllungen vorbereitet. Paste eins: Schwarze Oliven, getrocknete Tomaten, Knoblauch und Feta mit Olivenöl zu einer Tapenade mixen und mit einigen Spritzern Zitronensaft sowie einer Prise Zucker abschmecken. Paste zwei: Reichlich frische Kräuter (Petersilie, Basilikum, Oregano) fein hacken, mit Dijonsenf und wenig Olivenöl verrühren. Paniermehl zufügen, bis die Paste nicht mehr ganz flüssig ist. Mit Pfeffer und gemahlenen Chilis würzen. Voilà, fertig! (Salz brauchen wir keines, weil sowohl die getrockneten Tomaten als auch der Bacon genügend davon mitbringen.) Beide Pasten sind aus gängigen Zutaten kombiniert, die sich in vielen anderen Zubereitungen bewährt haben.

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Dann die Filets parieren. Wer’s aufwendig mag, legt die Speckstreifen zu einem Gitter zusammen, ich habe sie diesmal  einfach eng nebeneinander gelegt. Darauf die jeweilige Paste etwa fünf Millimeter dick verstreichen – aber an einem Ende zwei Zentimeter Speck frei lassen, damit die Rolle gut verschlossen werden kann. Filet auf der Füllung platzieren und dann erkennen, dass ich besser eine Folie untergelegt hätte – so musste ich die Speckstreifen einzeln über das Filet klappen. Hat aber auch funktioniert. Die Rolle sollte einigermaßen stramm gewickelt werden, aber aufpassen, dass die Füllung nicht zwischen den Baconstreifen herausgequetscht wird.

Dann in die Pfanne legen und bei ordentlicher Hitze den Speck knusprig werden lassen. Am besten ist es, mit der Nahtstelle nach unten anzufangen, weil dann die Speckstreifen zusammengebacken werden. Die rundherum knusprige Rolle dann in einen Bräter geben und im Ofen bei 120 Grad noch ein paar Minuten gar ziehen lassen. Schwein ist bei einer Kerntemperatur von 65 Grad ganz durch, bei 58 – 60 Grad noch rosa. Ein Kernthermometer ist eine sinnvolle Anschaffung, das gibt’s schon für wenige Euros im Supermarkt.

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Dazu habe ich einen Salat aus Frisee, Eisberg und Endivien in einer leichten Senf-Vinaigrette gereicht. Außerdem gab’s ganz simpel Salzkartoffeln als Beilage: Damit haben wir den Fleischsaft, der beim Garziehen ausgetreten ist und als kleines Sößchen diente, schön „zammgeditscht“ – als Kinder durften wir das nur, wenn keine Gäste am Tisch saßen. Guten Appetit!

 

Bratwurst im Kräuterpfannkuchen

Oberfranken gilt als „Land der 1000 Biere“ – tatsächlich stellen unsere Brauer sogar um die 1600 Sorten her. Ähnlich großartig dürfte die Bratwurst-Vielfalt in der Region sein. Bier und Bratwurst verführen mich daher immer wieder zum Experimentieren in der Küche. Beim jüngsten Versuch habe ich Wurst, Kräuter und Pfannkuchen kombiniert.

Beim Metzger des Vertrauens leuchteten Chilibratwürste appetitlich orangerot in der Auslage. Also habe ich zu den gewöhnlichen „halbgroben“ und feinen Bratwürsten noch ein Paar der scharfen mitgenommen.

Zuerst habe ich Pfannkuchenteig angesetzt: einen gut gehäuften Esslöffel Mehl pro Pfannkuchen in eine tiefe Schüssel geben, mit Milch und Eiern zu einem gut flüssigen Teig verrühren. Anschließend habe ich reichlich Petersilie, Schnittlauch, Rucola und Giersch sehr fein geschnitten und unter den Teig gemischt. Die Masse sollte dann etwa eine habe Stunde ruhen.

Während dieser Zeit kann die Füllung der Pfannkuchen vorbereitet werden: Ich habe zwei Karotten, eine Handvoll Pilze, eine Stange Lauch und ein paar frische Tomaten gewürfelt und in der Pfanne kurz gedünstet. Beiseite stellen und warm halten.

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Ehe die Pfannkuchen gebacken werden, habe ich den Teig nochmal gut durchgerührt. Dann dünne Fladen backen und bis zum Servieren warm halten. Während ein Pfannkuchen nach dem anderen entsteht, die Würste schön kross braten. Zum Servieren gebe ich auf eine Hälfte des Pfannkuchens etwas von der Gemüsemischung und lege eine Wurst darauf, dann locker einrollen und reinbeißen!

Dieses Gericht lädt zum Spielen ein: Für die Gemüsefüllung ist erlaubt, was schmeckt (oder was gerade im Vorrat ist). Je nachdem, welche Wurst verwendet wird, ergeben sich die unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen. Und nicht zuletzt können die Pfannkuchen mit anderen Kräutern (oder ganz ohne) zubereitet werden. Wer einen Teil der Milch durch Bier oder Mineralwasser ersetzt, bekommt einen ganz besonders fluffigen Teig (wegen der Kohlensäure).

Lammtopf mit Tomaten-Bohnen-Salat

Ich mag Frankreich. Den Wein. Den Käse. Die Frauen. Die Lebensart. Neulich war mir mal wieder so französisch zumute. Was kocht man dann? Natürlich Lammeintopf mit Kräutern der Provence! Schmeckt très formidable und macht nicht viel Arbeit.

Zuerst habe ich eine Zwiebel fein gewürfelt und mit einer Handvoll Speck knusprig gebraten. Dann eine Lammkeule in mundgerechte Stücke zerteilen, Speck und Zwiebeln aus dem Schmortopf nehmen und das Fleisch anbraten.  Mit reichlich Kräutern und frischem Pfeffer würzen. Dann Zwiebeln und Speck wieder dazugeben und mit Lamm- (oder anderer Fleischbrühe) aufgießen. Einen ordentlichen Schuss Rotwein zufügen, Deckel drauf und sanft schmurgeln lassen. Wenn man alles richtig gemacht hat, kann man sich nun für gut zwei Stunden in die Hängematte legen 😉

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Nach der Ruhepause sollte das Fleisch so zart sein, dass man es mit dem Löffel zerteilen kann! Ich habe also die Stücke aus dem Sud gefischt und im Ofen warm gehalten. Die Brühe habe ich dann einkochen lassen und endgültig abgeschmeckt: Mehr Rotwein ist immer gut, und ein Löffelchen Honig setzt einen schönen Kontrapunkt zur Säure. Während die Soße dick einkocht, habe ich die übrigen Beilagen zubereitet: Grüne Bohnen in heißem Wasser garen, zu kleinen Bündeln zusammenpacken und mit Speckstreifen umwickeln. Knusprig anbraten. In einem extra Topf habe ich ganz simpel Salzkartoffeln zubereitet, denn meine Mitesser mögen die klassische Lammbeilage Polenta nicht sonderlich.

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Die restlichen grünen Bohnen habe ich mit vorgegarten weißen Bohnenkernen gemischt unnd ein paar Handvoll bunte Tomaten hinzugefügt. Mit einer Senf-Vinaigrette anmachen und als erfrischenden Salat zum Lammeintopf genießen.

Bon appetit!

Kräuterbraten mit Fenchelsoße

Seit April hatte ich mehrfach Gelegenheit, Kräuterköche (unter anderem Jean-Marie Dumaine) und -expertinnen aus Fichtelgebirge und Frankenwald kennenzulernen. Natürlich habe ich aus jedem Gespräch etwas über die Verwendung von Wildkräutern in der Küche mitgenommen. Ein Experiment, das ich daraufhin gemacht habe, ist dieser Kräuterbraten:

Ich habe einen Schweinelachs in eine Schicht Gartenkräuter gehüllt und mit ein wenig schützendem Speck umwickelt. Sanft braten und mit einer feinen Soße sowie Kartoffeln servieren.

So wird’s gemacht: Kräuter sammeln: Giersch, Spitzwegerich und Sauerampfer aus dem Garten holen und mit frischem Thymian mischen. Thymian gibt reichlich Aroma ab, die anderen Kräuter bringen Bitterstoffe mit, denen ich eine konzentrierte Soße aus frischem Fenchel entgegengesetzt habe.

Schweinerücken parieren und mit frisch gemörsertem Pfeffer würzen. Aus dünnen Speckscheiben ein Netz flechten, das groß genug ist, um den Braten zu umhüllen. Darauf die Kräuter in einer gleichmäßigen Schicht verteilen, Fleisch darauf setzen und in den Speck wickeln. Mit Küchengarn fixieren.

In einem Bräter zwei grob zerteilte Fenchelknollen samt Grünzeug und eine Zwiebel als unterste Schicht ausbreiten, Fleisch darauf legen und mit wenig Gemüsefond angießen. Bei 140 Grad in den Ofen. Während der Garzeit immer wieder mit dem Gemüsefond begießen. Ist eine Kerntemperatur von etwa 70 Grad erreicht (dann ist das Fleisch noch rosa), Bratenstück aus der Soße nehmen und in einem extra Gefäß wieder in den Ofen stellen, in der Resthitze fertig ziehen lassen. Inzwischen die Fenchelbrühe mit dem Stabmixer möglichst fein pürieren, sämig einkochen lassen und abschmecken. Zum Binden der Brühe können ein paar eiskalte Butterstückchen eingerührt werden.

Fleisch in etwa zentimeterdicke Scheiben schneiden und mit gegarten Kartoffeln servieren. Guten Appetit!

PS: Ich habe das Schweinchen nicht gesalzen, weil der Speck bereits genug Salz mitbringt.

Fisch unter der Kartoffelhaube

Vor ein paar Tagen waren mein Postfach und mein Newsfeed plötzlich voll mit Meldungen, dass Lachs wegen der Schadstoffbelastung in den Zuchtfarmen das gefährlichste Lebensmittel der Welt sei. Bei näherem Hinsehen stellte sich heraus, dass die meisten dieser Warnungen schon im Jahr 2013 veröffentlicht wurden. Statt mich darüber zu ärgern, dass offensichtlich diverse Newsletter-Autoren blind von einander abschreiben, bin ich zum Fischhändler meines Vertrauens und habe dort wunderbaren Bio-Lachs gekauft. Für die folgende Zubereitung kann man aber auch jeden anderen festfleischigen Fisch verwenden.

Der Plan sieht so aus: Der Fisch sollte mit einer knusprigen, aber gleichzeitig fluffigen Schicht von Kartoffeln bedeckt und dann gebacken werden. Weil’s Spaß macht, wird es zwei Versionen davon geben.

Ich habe zunächst mehligkochende Erdäpfel geschält und in Salzwasser gegart. Wenn sie weich sind, abgießen und im Topf ohne Deckel auf der Restwärme der Herdplatte ausdampfen lassen.

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Während die Kartoffeln garen, die übrigen Zutaten vorbereiten: Tomaten quer in gleichmäßige Scheiben schneiden und beiseite legen. Für die würzige Variante Feta und Cheddar in kleine Würfelchen schneiden. Für die Kräutervariante habe ich Petersilie, Schnittlauch und das Grüne von Frühlingszwiebeln fein und eine Knoblauchzehe noch feiner geschnitten. Zwei feuerfeste Formen leicht einfetten und Fisch hineinlegen, salzen, pfeffern und ein paar Tropfen Zitronensaft darübergeben. Dann eine Schicht Tomatenscheiben auf jedes Lachsstück geben. Inzwischen sollten die Kartoffeln gar sein. Die habe ich durch eine Presse gedrückt, so dass eine wolkig-leichte Masse entstanden ist. Eine Hälfte der Kartoffelmasse mit den Käsestückchen vermischen, unter die andere Hälfte die Kräuter und den Knoblauch mischen. Dabei vorsichtig umrühren, damit die Kartoffelmasse locker bleibt. Dann in einer gleichmäßig dicken Lage auf dem Fisch verteilen und bei 200 Grad Umluft im Ofen so lange backen, bis die Kartoffeln knusprig braun werden. Das hat bei mir etwa 23 Minuten gedauert 😉

Mit einem frischen Blattsalat servieren. Guten Appetit!

PS: Wer mag, kann die Kartoffelmasse zusätzlich würzen. Darauf habe ich verzichtet, weil der Käse ja schon viel Salz mitbringt. Meine erste Idee war übrigens, ein Kartoffelpüree zuzubereiten, ich habe mich dann aber für die beschriebene Variante ohne Milch und Butter entschieden: Wir haben jedenfalls nichts vermisst und fanden die Leichtigkeit der Kartoffelschicht besonders gut.

 

Gegrillter Spargel mit Zucchinitalern

Still war’s hier auf dem Blog für etliche Wochen. Das war in erster Linie dem Einstieg in meinen neuen Job geschuldet. Nach mehr als 30 Jahren Tageszeitung habe ich mich zum 1. April 2018 aus dem Journalismus verabschiedet und bin jetzt als Geschäftsführer für den Verein Genussregion Oberfranken e.V. tätig. Was tut der Verein? In einem Satz: Wir zeigen, was gute Lebensmittel sind, wer sie produziert, wo man sie bekommt und was sie wert sind.

Gekocht, gegrillt, gebacken und gebraut habe ich natürlich trotz der Umstellung 😉

Ein schnelles und leichtes Gericht ist der gegrillte Spargel in Speckhülle mit Zucchinitalern. Dazu habe ich grünen Spargel geputzt und jeweils drei Stängel in einen Streifen Bacon eingewickelt. Bei niedriger Hitze auf den Grill – so lange, bis der Speck knusprig ist. Das dauert nicht lange und in der Regel sollte dann auch der Spargel gar sein.

Als Beilage habe ich Zucchini quer in etwa zentimeterdicke Scheiben geschnitten, in Mehl, Ei und einer Mischung aus Brotbröseln und Haferflocken paniert und am Ende in heißem Öl frittiert. Ich habe am Grill neben der Haube einen Extra-Brenner, was den Vorteil hat, dass die Sauerei beim Frittieren nicht in der Küche geschieht. Wer nicht mit einem Topf voll Öl arbeiten will, kann die Gemüsetaler auch in der Pfanne braten.

Serviert habe ich das Ganze mit meiner selbst gekochten Bier-BBQ-Sauce. Guten Appetit!