Zum Inhalt springen

Essen für die Zukunft

23. März 2012

Unsere Ernährungsgewohnheiten verändern sich derzeit ganz gewaltig: Der Anteil tierischer Produkte und stark verarbeiteter Lebensmittel nimmt zu, gleichzeitig sinkt das Wissen um gesundes Essen und dessen Zubereitung.

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) präsentiert bei der Regionalschau in Eckersdorf zusammen mit der Interessengemeinschaft „Bayreuther Land-Genuss von Wald und Weide“ umfassende Informationen über nachhaltige Ernährung.
Nachhaltigkeit ist ein strapazierter Begriff, doch gerade im Ernährungsbereich ist es sinnvoll, Zusammenhänge zu kennen. Das fängt bei der Massentierhaltung an und reicht über Ausbeutung der Landwirte bis hin zur Gemüseerzeugung in gigantischen Treibhäusern.
Christa Reinert-Heinz vom AELF in Bayreuth sagt: „Die Ernährungsweise jedes Einzelnen hat Auswirkungen auf Umwelt, Wirtschaft, Gesellschaft und die eigene Gesundheit. Nachhaltige Ernährung bietet die Chance auf Korrektur und grundlegende Verbesserung der Situation, in der wir leben.“
Dass jeder mit seinem Einkaufs- und Essverhalten etwas tun kann, mag die folgende Zahl zeigen: Vor zehn Jahren gab es noch 190.000 bäuerliche Betriebe in Bayern – heute sind es nur noch 114.000. Der Ernährungsbereich ist zwar der drittgrößte Wirtschaftsbereich überhaupt. Doch die Preise spiegeln die tatsächlichen Produktionskosten nicht wider. Soll heißen: Der Preiskampf ist ruinös, viele Landwirte können nicht mehr kostendeckend arbeiten.
Die Gretchenfrage in Sachen Umweltschutz lautet: Was können wir tun, um unseren Ausstoß von Treibhausgasen zu senken? Das Landwirtschaftsministerium hat einen CO2-Ausstoß von elf Tonnen pro Person und Jahr errechnet. Ein klimaverträgliches Maß wären ganze zwei Tonnen pro Person und Jahr!
Um diese Zahlen ein wenig griffiger zu machen: Um ein Kilogramm Kopfsalat zu erzeugen, fallen beim Anbau im beheizten Treibhaus 4,5 Kilo CO2-Äquivalente an – beim Anbau im Freiland lediglich 0,14 Kilogramm. Bei Gurken beträgt der Unterschied 2,3 Kilo CO2-Äquivalente im Treibhaus gegenüber 0,17 Kilo im Freiland. Auch bei den so beliebten Tomaten fällt der Vergleich mit 0,9 Kilo CO2 im Treibhaus gegenüber 0,11 Kilo im Freiland deutlich aus.
Die Interessengemeinschaft „Bayreuther Land-Genuss von Wald und Weide“ wirbt aufgrund solcher Erkenntnisse am Stand des AELF für regionale Erzeugung und Vermarktung hochwertiger Lebensmittel. Die Mitglieds-Landwirte verpflichten sich zu einer artgerechten Tierhaltung, die Metzger arbeiten handwerklich und die Jäger bieten nur Wildbret aus heimischen Wäldern an.???

Info: Die 6. Regionalschau in Eckersdorf hat am Samstag ab 10 Uhr, am Sonntag ab 11 Uhr geöffnet. Unter http://bayreuther-land.com/ stellt sich die Initiative der Bauern, Metzger und Jäger vor.

Dieser Text erscheint mit leichten Änderungen im Sonntag in Franken, Ausgabe 25. März 2012

From → Vermischtes

Kommentar verfassen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: