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Der Kanal ist egal

28. Juli 2012

Gestern habe ich mich mein erstes Experiment mit Twitter als journalistischer Darstellungsform gemacht: Ich habe die Kabarett-Veranstaltung von „Hausmann“ Klaus Wührl „live“ kommentiert. So sieht der Feed auf dem iPhone aus:

Twitter-feed

Gezwitscher als journalistische Darstellungsform. Nachrichten in 140 Zeichen zu formulieren, ist kein Problem. Habe ja auf der Zeitungsseite bzw. in der Überschrift auch nur begrenzt Platz. Diese Texthäppchen per iPhone abzusetzen, klappt ebenfalls völlig unkompliziert. Das habe ich ja auch schon oft gemacht. Mein Twittername lautet @FZ_Bayreuth.

Die Herausforderung ist: Welche Pointe twittere ich? Verpasse ich beim Tippen auf dem winzigen Bildschirm eventuell eine bessere? Dieses Risiko wird wohl mit zunehmender Schnelligkeit auf der Bildschirmtastatur geringer werden.

Ansonsten ist Twitter für mich wie jeder andere journalistische Text auch eine Auswahl der wichtigsten, spannendsten, besten Nachricht durch den Redakteur. In diesem Sinne ist für den langgedienten Tageszeitungs- und jetzigen Wochenblattmacher nur das Medium neu. Aber wie Chefredakteur Joachim Braun vom Nordbayerischen Kurier den Kollegen predigt: Papier oder digital, der Kanal ist egal, wir wollen tolle Geschichten verkaufen. (Sorry, wenn das jetzt nicht wörtlich ist, aber dem Sinn nach müsste es hinkommen.) Mit dieser Haltung steht er übrigens nicht alleine da.

Zugegeben: Ich bin immer noch ein bisschen skeptisch, was die Gratis-Mentalität im Netz angeht. Aber so, wie Gratis-Zeitungen wirtschaftlich funktionieren können, muss schnellstmöglich ein Geschäftsmodell für Internet-Journalismus entwickelt werden. Aber das ist ein Job für die Verlagsleute.

Wie gesagt: Das Texten für Twitter ist kein Problem. Wo ich noch ein bisschen an meiner Einstellung arbeiten muss, ist das Fotografieren mit dem Smartphone. Wer die Spiegelreflexkamera vors Gesicht hält, wirkt sofort professionell. Wer mit dem Handy herumfuchtelt – naja, niemand mag die Gaffer, die ungefragt Handyfotos schießen. Aber daran werde ich mich gewöhnen. Hat auch den Vorteil, das man mit dem Telefon in der Hand nicht schon auf den ersten Blick als Journalist erkannt wird – außerhalb Bayreuths wenigstens ;-))

Die Technik ist übrigens mein Freund. Einträge hier auf dem Blog lassen sich automatisch an Twitter versenden, der wiederum meine Facebookseiten füttert. Eigentlich ein journalistisches Ideal: Einen einzigen Text schreiben und per Knopfdruck drei (unterschiedliche) Zielgruppen erreichen.

http://www.facebook.com/norbert.heimbeck

http://www.facebook.com/fraenkischezeitung

From → Arbeiten

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