Zum Inhalt springen

Fasten für die Bikinifigur ist für die Katz‘

13. Februar 2013

Für die Figur,
für die Seele?

„Sieben Wochen ohne“: Was Fastende antreibt
Bayreuth – Der schnellste Weg zur Bikinifigur oder Mittel zur spirituellen Befreiung? Unabhängig  von der Motivation – Fasten ist „in“: An der Aktion „Sieben Wochen ohne“ nehmen inzwischen rund zwei Millionen Menschen teil. Einer von ihnen ist Michael Thein, Referent von Regionalbischöfin Dorothea Greiner.
„Fasten für die Figur ist für die Katz’“, sagt Pfarrer Thein. Attraktiver ist für ihn der Verzicht aus  religiösen oder ethischen Gründen. Muss er das nicht sagen, von Amts wegen? Grundsätzlich ist ein steigendes Interesse an spirituellen Fragen festzustellen, quer durch die Bevölkerung und unabhängig von der Kirchenzugehörigkeit. Neben der vorösterlichen Aktion „Sieben Wochen ohne“ hat auch „der andere Advent“, die zweite kirchliche Fastenaktion, Jahr für Jahr mehr Zulauf.
Hauptmotiv des Fastenden sollte laut Thein die Frage „Worauf kann ich verzichten, was brauche ich wirklich?“ sein. Er selbst meidet in den Wochen vor Ostern grundsätzlich Alkohol: „Auch dann, wenn ich im Saaser Wirtshaus zum Schafkopfen bin.“ Allerdings sieht Michael Thein seinen  Verzicht nicht dogmatisch: „Wenn es für einen anderen Menschen wirklich wichtig ist, mache ich auch mal eine Ausnahme.“ Fasten ist für den Pfarrer kein Selbstzweck.
Um tatsächlich sieben Wochen lang verzichten zu können, sollte man sich ein realistisches  Fastenprojekt vornehmen: „Ich könnte jederzeit auf Fernsehen verzichten, aber nicht auf E-Mail oder Internet.“ Schon aus beruflichen Gründen würde das nicht funktionieren. Fastenwillige sollten sich daher rechtzeitig klar werden, wo sie Verzicht üben können. „Früher wurde auch gefastet, um die anschließende Festzeit intensiver empfinden zu können“, sagt Pfarrer Thein. Das könnte  heutzutage auch für nicht religiös gebundene Menschen ein Antrieb sein. Wer etwa auf bestimmte Lebensmittel verzichtet, nimmt damit nicht nur einen Standpunkt gegenüber der Schöpfung ein, sondern genießt nach der zeitweiligen Enthaltsamkeit sein Essen viel bewusster.
Der Kern des Fastens hat für Pfarrer Thein sehr viel mit Selbsterkenntnis zu tun, mit dem  Identifizieren wunder Punkte und mit dem Akzeptieren derselben. Wie wichtig das ist, zeigt ein Zitat des Apostels Paulus: „Alles ist erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten!“

veröffentlicht am 13. Februar 2013 in der Fränkischen Zeitung, Seite 1

From → Vermischtes

Kommentar verfassen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: