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Erdäpfeltorte mit Pilzen und Wirsinggemüse

5. Januar 2014

Was tun, wenn man den eingelagerten Kartoffeln aus eigener Ernte allmählich das Alter ansieht? In Franken enden die feinen Knollen meistens als Klöße zum Braten. Ich habe mir etwas anderes ausgedacht, um größere Mengen zu verarbeiten: Warum nicht mal eine Kartoffeltorte backen? Die Idee dazu hatte ich beim Blättern in dem Rezeptbuch „Teig & Tasche“, das ich in der Bayreuther Stadtbibliothek entdeckt habe – neben den üblichen Blätter- und Strudelteigrezepten bringt dieses schon ältere Buch auch ein paar schöne Anregungen für Kartoffelteig.

Ich habe gute drei Pfund Erdäpfel gekocht, die Hälfte durch die Presse gedrückt, den Rest grob gerieben. Zwei mittelgroße Zwiebeln fein würfeln und mit drei Eiern, Salz und Pfeffer unter die Kartoffelmasse mischen. Dann habe ich der Liebsten die Springform geklaut, das Teil schön mit Butter ausgestrichen und den Kartoffelteig hineingefüllt. In einem Anfall von Kreativität habe ich die Oberfläche der Torte mit der Gabel kreuzweise eingeritzt und auf diese Weise am Ende der Garzeit ein schönes knuspriges Muster bekommen. Die Springform hat einen Durchmesser von 26 Zentimetern, die Torte selbst war gut fünf Zentimeter hoch. 

Die Backform in den auf 220 Grad vorgeheizten Backofen schieben, nach 30 Minuten Temperatur auf 200 Grad senken und weitere 30 Minuten backen. Falls die Oberfläche zu dunkel werden sollte, einfach mit Alufolie abdecken. Die Garprobe mit einem Holzstäbchen funktioniert beim Kartoffelteig wie bei anderem Backwerk auch: Wenn kein Teig mehr an dem Stäbchen klebt, ist die Torte fertig.

Während der Backzeit habe ich die Beilagen zubereitet. Braune Champignons in feine Scheiben schneiden und mit einer feingewürfelten Schalotte in reichlich Butter gut anbraten, salzen und pfeffern.

Für das Wirsinggemüse habe ich den Kohlkopf halbiert, die dicken Strünke der Blätter entfernt und den Rest in feine Streifen geschnitten. In Salzwasser gegart – wie lange das dauert hängt davon ab, wie fest die Blätter sind. Bei mir haben die dicksten Streifen gerade noch ein wenig Biss, Wirsingkohl ist eines der Gemüse, die ich nicht unbedingt knackig haben muss. In einem extra Topf habe ich dann Sahne und ein wenig Gemüsebrühe erhitzt, mit frisch geriebenem Muskat sowie einem guten Esslöffel milden Senf würzen und kurz aufkochen lassen. Fertig ist ein Gericht, das seine fränkischen Wurzeln nicht leugnet, aber optisch und aromatisch ganz modern daherkommt.

From → Kochen

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