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Das Beste von der Schlehe 

23. November 2014

Endlich Nachtfrost! Kaum wage ich es zuzugeben, dass ich Kälte und Frost herbeigesehnt habe. Nicht, weil ich gerne friere, vielmehr wollte ich Schlehen ernten. Diese wunderbaren blauen Früchte brauchen nämlich Kälte, um genießbar zu werden. In einer Korbflasche schlummern sie jetzt in einem Bad von vierzigprozentigem Obstbrand – in drei Monaten dürfen sie heraus. 

Vom Uropa weiß ich, dass er jedes Jahr einen Schlehenschnaps angesetzt hat. Und ein Interviewpartner hat mir neulich von einem legendären Sloe Gin vorgeschwärmt. Irgendwie sind Erinnerungen und Aktuelles verschmolzen. Also habe ich Schlehen geerntet, Schnaps und Gin gebunkert und Rezepte gesucht.

Schlehen sind mit ihrem säuerlich-herben Fruchtfleisch aromatische Grundlage für diverse Alkoholika. Sie ergibt ein feines Gelee und kann im Kuchen als Ausgleich zur aufdringlichen Süße anderer Früchte verwendet werden. In England ist Schlehengin beliebt, und in Spanien werden die Früchte in einem Likör namens Patxaran verwendet. Überall heißt es, man sollte sie erst ernten, wenn sie Nachtfrost abbekommen haben.

Uropas Rezept weiß ich leider nicht, daher habe ich die einschlägigen Internetseiten durchforstet. Das ist ein mühseliges Geschäft. denn: Auf 20 Seiten findet man 20 verschiedene Rezepte. Wenn man weitersuchen würde, kämen vermutlich noch mehr Ideen heraus. Also habe ich ein relativ simples Rezept gewählt: ein gutes halbes Kilo Schlehen waschen und von den Stielen befreien, mit einem Liter milden Obstbrand in ein großes Gefäß füllen, gut mischen und mindestens zwei Monate lang reifen lassen. Ich habe 100 Gramm braunen Zucker dazugegeben und werde vor weiteren Zuckergaben die Entwicklung des Getränks abwarten, weil ich zu süßen Likör oder Schnaps nicht mag. Eine aufgeschnittene Vanilleschote habe ich ebenfalls mit hineingepackt.

In einer zweiten Korbflasche habe ich Schlehen mit Gin angesetzt, allerdings ohne weitere Gewürze oder Zucker. Und jetzt heißt es: Warten, ab und an die Flaschen schütteln und hoffen, dass das Ergebnis richtig lecker werden wird… Ich werde berichten.

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