Zum Inhalt springen

Gemüseröllchen vom Grill, oder: Vegane Bratwurst

26. April 2016

Obwohl ich gerne Fleisch esse, gibt’s bei mir auch immer wieder Gerichte ohne Tiere. Zum einen, weil ich den Fleischkonsum meiner Familie senken möchte, zum anderen, weil vegetarische Speisen oft sehr gut schmecken können. Meinen Kindern fehlt zwar ohne Fleisch immer was, aber ich werde sie eines Tages auch noch überzeugen: Gemüse ist was Feines! 

Seit ich meinen neuen Grill in Betrieb genommen habe, ist das Ding fast jeden zweiten Tag im Einsatz. Diesmal habe ich mich an veganen Bratwürstchen versucht. Die Idee dazu stammt aus dem wunderbaren Buch „Wurstküche“ von Pontus Frei (BLV, 143 Seiten, 19,99€). 

Ideen für köstliche Würste habe ich so einige ausprobiert, seit mich mein Slow Food-Freund Harald „Tellerschubser“ Scholl mit dem Selber-mach-Virus infiziert hat. Diesmal wollte ich eine fleischlose Wurst versuchen. Mir ist schon klar, dass das ein Widerspruch in sich selbst ist – fleischlose Wurst. Aber wie sollte ich das Produkt anders nennen? Gemüseröllchen auf Bulgur-Basis? Haferflocken-Polenta-Rolle mit Paprika und Kürbiskernen? Es sieht nun mal aus wie eine Wurst. Und es schmeckt ebenso köstlich wie eine knusprige Bratwurst frisch vom Grill.

Zuerst habe ich 800 ml Wasser mit Salz und einem Schuss Olivenöl zum Kochen gebracht und darin 200 Gramm Maisgrieß (Polenta) zu einer cremigen Masse verrührt. Obacht, die Polenta neigt zu bösartigen Spritzern, wenn sie kocht! Dann den Topf vom Herd nehmen, 200 Gramm feine Haferflocken und 300 Gramm Bulgur unterrühren. Masse etwas abkühlen lassen.

Inzwischen eine große rote Zwiebel fein würfeln, zwei rote Paprikaschoten in 5 mm-Würfel schneiden und – je nach Geschmack und Schärfe-Empfinden – ein bis drei Chilischoten fein hacken. Alle Zutaten plus eine Handvoll grob gehackte Kürbiskerne und zwei EL geräuchertem Paprikapulver mit der Grießmasse gründlich vermischen. Es entsteht eine ziemlich klebrige Masse, die aber gut formbar sein sollte. Im Zweifelsfall ein wenig Olivenöl zufügen.

Den Teig noch lauwarm mithilfe eines Fleischwolfs oder Wurstfüllers ohne Darm zu 10 cm langen Würsten formen. Fertige Würstchen 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen, dann mit Olivenöl einpinseln und auf dem Grill in etwa 10 Minuten knusprig rösten.

Aus der angegebenen Teigmenge habe ich mit dem 22er Füllrohr meiner Wurstmaschine 45 Würste gemacht. Was nicht sofort gegessen wird, kann gut eingefroren werden. Dann lohnt sich auch der Aufeand des Selbermachens!

Dazu habe ich Bärlauch-Kartoffelknödel und Kräuterbutter serviert. Den Bärlauch habe ich im Schneegestöber im eigenen Garten geerntet – die letzte Aprilwoche des Jahres 2016 ist wettermäßig eher gruselig … 1 Kilogramm mehligkochende Erdäpfel garen, pellen und durch die Presse drücken. Während die Masse etwas abkühlt, eine Handvoll Bärlauch in feine Streifen schneiden. Dann mit 100 Gramm Mehl und zwei Eiern unter die Kartoffeln kneten. Mit weißem Pfeffer und frisch geriebener Muskatnuss würzen. Knödel von etwa vier Zwntimetern Durchmessern formen und in reichlich Salzwasser in etwa 20 Minuten gar ziehen lassen. 

Zum Servieren die abgetropften Klößchen mit einem Klecks hausgemachter Kräuterbutter belegen und mit frisch geriebenem Bergkäse bestreuen, dazu die gegrillten Würstchen reichen.

From → Kochen

2 Kommentare
  1. Tabita permalink

    Hallo,
    bin gerade über deinen Blog gestolpert. Deine Würste klingen gut und einfach. Ist die Masse denn so stabil, dass dass die Würste ohne Hülle zusammenhalten und sich grillen lassen? Ich habe schon öfter vegane Würste gemacht, auch mit Wurstmachine, allerdings aus einer Seitan- und Tofumischung. Wir haben auch eine Wurstmachine und Kunstdarm gekauft. Die Würste mussten dann eine Dreiviertelstunde gekocht werden, anschließend abkühlen lassen und dann die Pelle abmachen und braten.
    Liebe Grüße
    Tabita

    • Hallo Tabita,

      ja, die Würste behalten ihre Form sehr gut. Polenta wird ja schön fest, und der Bulgur enthält viel Klebereiweiß, was ebenfalls stabilisiert.
      Viel Erfolg beim Nachmachen!

      Genussreiche Grüße,
      Norbert

Schreibe eine Antwort zu N_Heimbeck Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: